• Jasmin Korper

Echo

Autor: Thomas Olde Heuvelt


Rezensionsexemplar



Um was geht’s?


Nick ist als Bergsteiger mit seinem Kumpel Augustin in den Schweizer Alpen unterwegs, als sie sich entscheiden den Maudit zu besteigen. Sie finden kaum Informationen zu diesem Berg und fühlen sich wie Entdecker. Doch bei der Tour geht etwas schief und Nick kommt allein und entstellt zurück. Doch er hat sich nicht nur äußerlich verändert, an ihm haftet etwas Gewaltiges, etwas Böses…



Rezension


Mit etwas über 700 Seiten kam mir „Echo“ selbst wie der Aufstieg auf einen Berg vor. Die Geschichte erzählt aus verschiedenen Perspektiven, aus Nicks, seines Lebensgefährten Sam und auch von Nebencharakteren. Dabei springt man auch immer wieder zwischen den Zeiten hin und her. Gerade die Einblicke in die psychischen Qualen und Veränderungen die Nick durchleidet und seine Auswirkung auf alle Anderen ist erschreckend und mitreisend. Der Autor schafft es durch seine bildlichen Beschreibungen die Ängste und Orte so glaubhaft zu machen, dass man sich in das Geschehen hineinversetzt fühlt. Man spürte beim Lesen die Kraft und Kälte des Berges.

Trotz der großen Seitenzahl beschäftigt sich die Geschichte hauptsächlich mit Sam und Nick. Die beiden Charaktere und ihre Beziehung werden ausführlich beleuchtet. Gerade Sams Zweifel mit dem sich veränderten Nick, der Kampf zwischen seiner Liebe und der Angst kommt sehr gut rüber. Nick kämpft dagegen mit seinen inneren Dämonen, hadert mit der Veränderung und leidet unter den Folgen des Unfalls. Die beiden haben sehr viel Tiefgang, sie haben sehr gute, aber auch negative Eigenschaften. Beide hatten Positionen bei denen ich ihnen zugestimmt hatte, bei manchen war ich anderer Meinung. Alle anderen sind Nebencharaktere, die kaum Hintergrundgeschichte haben. Was mir sehr gut gefallen hat, war die Geschichte des Schweizer Ortes und der Sagen um den Maudit. Die ganze Kulisse ist düstern, verschlossen und grausam.

Der Schreibstil war oft etwas konfus, was mit Sicherheit auch an den Charakteren lag. Allerdings waren manche Passagen sehr langwierig und haben sich gezogen. Gerade die häufigen Zeitsprünge und die Einwürfe der Charaktere machten alles noch komplexer. Manche Kapitel wirkten beim Lesen unendlich lange. Ich mochte die Stimmung der Erzählung sehr, aber wie am Anfang gesagt, fühlte sich das Lesen wie ein beschwerlicher Aufstieg auf einen Berg an. Zwischendurch gab es wunderschöne Aussichten, aber es war auch beschwerlich. Ich hoffte auf einen Gipfel mit einem Ausblick, der all die Mühen entlohnte. Doch das Ende wirkte irgendwie deplatziert. Ich dachte mir dabei nur, all die Mühen dafür?



Lesenswert?


„Echo“ ist ein eindrucksvolles Buch, das wortgewaltig die Abgründe und Tiefe der menschlichen Seele offenlegt. Dabei wird man mitgerissen und fragt sich die ganze Zeit, wohin das alles führt. Das Ende war für mich ungewohnt, fast schon simpel. Es war definitiv ein Buch, dass mir noch lange im Kopf bleiben wird, allerdings weiß ich noch nicht, ob im positiven oder negativen Sinne.



Cover und Klappentext

Echo - Manche Dinge sind Schlimmer als der Tod
Echo - Manche Dinge sind Schlimmer als der Tod

Das Cover passt perfekt zur erzählten Geschichte. Es zeigt die Finsternis, das Böse und verrät dabei nichts. Der Klappentext beschreibt nicht mal ansatzweise die psychologische Tiefe des Buches.



Grundsätzliche Infos zum Buch


Erschienen im Heyne Verlag

https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Echo/Thomas-Olde-Heuvelt/Heyne/e571419.rhd

Übersetzerin: Gabriele Haefs

Umschlaggestaltung: Das Illustrat, München

Seitenzahl: 720

Genre: Thriller, Horror

Preis: 17,00 €



Vielen Dank an das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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