• Jasmin Korper

Evil

Autor: Jack Ketchum


Den Film „Jack Ketchums Evil“ habe ich bereits vor einigen Jahren gesehen, deswegen war mir bewusst, was mich in diesem Buch erwartet. Und aus genau diesem Grund lag es lange in meinem Bücherregal. Und mit einem unwohlen Kribbeln im Bauch habe ich nun angefangen das Buch endlich zu lesen.


Um was geht’s?


Nach dem tödlichen Autounfall ihrer Eltern ziehen Meg und ihre jüngere Schwester zu ihrer Tante Ruth und deren Söhnen. Doch Meg kann es Ruth nicht recht machen, egal was sie macht, es ist falsch. Anstelle des Schutzes, den ihr ihre Familie geben soll, erwarten sie unmenschliche, grausame Qualen.

In diesem Roman geht es um grausame Folter, Vergewaltigung und Schuld. Denn die junge Meg ist ihrer Tante ein Dorn im Auge. Sie sieht in ihr etwas Böses, obwohl es keinen Grund dafür gibt. Aus Nichtigkeiten quält sie Meg, oder lässt die Wut an ihrer Schwester raus. Doch Meg ist stark, widersetzt sich ihr und wird als Strafe in den Schutzkeller gesperrt und von nun an von allen Familienmitgliedern gefoltert.



Rezension


Die Geschichte selbst ist kein Tatsachenbericht, lehnt sich aber an ein grausames Verbrechen an, dass 1965 in Indianapolis verübt würde. Einige der Foltermethoden sind von damals übernommen worden, andere entspringen rein der Fantasie des Autors.


Der Roman ist aus der Sicht von David geschrieben, dem Nachbarsjungen von Ruth. Er blickt als Erwachsener zurück auf die Geschehnisse und stellt sich die Fragen der Schuld und Mittäterschaft. David ist wie der Leser ein Beobachter, man sieht die Taten, doch ist selbst nicht fähig einzugreifen. Er ist jung und glaubt Ruth als Erwachsene, warum sollte sie etwas tun, dass nicht erlaubt ist?

Jack Ketchum beschreibt einige der Folterungen sehr genau, so präzise, dass man beim Lesen mehr als nur mitleidet. Andere Dinge werden nur angedeutet, nicht explizit beschrieben. Was fast noch schlimmer ist. Mein Kopfkino malte sich die grausamen Taten aus. Sonst lese ich jedes Horrorbuch ohne Probleme. Hier brauchte ich nach einigen Kapiteln Pause. Musste es auf die Seite legen, etwas anderes machen.


Besonders erschreckend war für mich auch der Anstieg der Gewalt. Was mit „Kleinigkeiten“ begann entwickelte sich zu einer Spirale aus Gewalt und Hass die in einem Finale endete, dass mich betroffen zurückließ.


Es ist schwierig hier mehr über den Inhalt zu sagen, man kann dieses Buch schwer beschreiben. Es gibt Geschichten, die muss man selbst gelesen zu haben, um sie zu verstehen.


Lesenswert?


Jack Ketchum hat mit „Evil“ ein Meisterwerk der Angst und Qual geschaffen. Noch nie habe ich mich beim Lesen so unwohl gefühlt. Ich empfand mich selbst als grausamen Gaffer, der einen Unfall ansieht, sich ekelt, aber trotzdem wieder hinblickt. Dieses Buch beweist eindrucksvoll, was passiert, wenn man wegsieht und nicht eingreift.



Cover und Klappentext

Evil


Das Cover ist in Ordnung, wobei ich es ohne das Gesicht der jungen Frau besser finden würde. Der Klappentext selbst ist einerseits neugierig machend, verrät aber überhaupt nicht, was einen hier erwartet.




Grundsätzliche Infos zum Buch


Erschienen im Heyne Verlag

https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/EVIL/Jack-Ketchum/Heyne-Hardcore/e186289.rhd

ISBN: 978-3-453-67502-5

Übersetzer: Friedrich Mader

Umschlaggestaltung: Hauptmann & Kompanie, Zürich – München

Genre: Horror

Seitenzahl: 352

Preis: 9,99 €



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