• Jasmin Korper

Das Netz

Autor: Frederik T. Olsson


Um was geht’s?


In Stockholm steht plötzlich alles still, ein Stromausfall taucht die Stadt in völlige Dunkelheit. Der Kryptologe William Sandberg gerät in den Fokus der Ermittlungen, weil er eine persönliche Verbindung zum Anschlag hat, von der er noch nichts weiß. Um seine Unschuld zu beweisen, begibt er sich auf die Suche nach dem unbekannten Absender einer verschlüsselten Email.



Rezension


Mit 670 Seiten ist „Das Netz“ alles andere als eine kurze Lektüre. Aber von der Seitenzahl ließ ich mich nicht abschrecken und wurde nicht enttäuscht.

Frederik T. Olsson schafft es eine spannende Geschichte aufzubauen, der man ihre Längen nicht anmerkt. So flog ich förmlich von Kapitel zu Kapitel und schon befand ich mich in den letzten Seiten.


Wir „begleiten“ in diesem Thriller mehrere Charaktere, hauptsächlich allerdings den Kryptologen William Sandberg. Bei einigen Perspektivwechseln fühlte man sich ein wenig verloren, diese waren nur dazu da, um Informationen zu vermitteln. So befand man sich nur für vielleicht 10 Seiten in der Perspektive einer Wissenschaftlerin. Beim Lesen brechen diese kurzen Perspektivwechsel (die leider einige Male vorkamen), das Gefühl des Eintauchens und fühlen sich seltsam an. Die anderen Perspektiven (Ermittler, Journalistin…) fühlten sich gut an. Somit wurde mehr Tiefgang in die Geschichte gebracht und diese Charaktere spielten auch längere Zeit eine Rolle.

In den Protagonisten konnte ich mich gut hineinversetzen, ich mochte seine ruhige Art und sein logisches Denken. Er stellt keinen überstürzten oder stark emotionalen Charakter dar, hat seine Eigenarten, die ihn aber wiederum menschlicher machen.

Normalerweise erwähne ich hier auch gerne meine Meinung zum Antagonisten, dies ist aber nicht möglich, ohne viel zu viel über das Ende zu verraten.

Die Geschichte selbst beginnt zügig mit dem Stromausfall, man selbst weiß durch den personalen Erzählstil nicht mehr als die Figuren selbst und kann die ganze Zeit miträtseln was passiert. Der Spannungsbogen ist gut, das Tempo zügig, wirkt aber nicht hektisch oder übereilt.

Das Ende war … ungewohnt. Anders als ich es erwartet hätte. Die Geschichte entwickelte sich auf einmal in eine andere Richtung und ich muss gestehen, ich war wirklich überrascht. Damit hatte ich definitiv nicht gerechnet. So richtig zufrieden bin ich allerdings nicht, mir war es fast schon zu philosophisch.



Lesenswert?


„Das Netz“ hat mich sehr gut unterhalten. Auch wenn mir persönlich das Ende nicht besonders zugesagt hatte, war es ein solider Thriller. Nichts was besonders positiv aufgefallen ist, aber auch nicht besonders negativ. Wer Spaß an skandinavischen Thrillern hat, wird hier gut Unterhalten werden.



Cover und Klappentext

Das Netz

Das Cover ist einfach und nicht besonders auffällig, persönlich finde ich, dass die Farbkombination des dunklen Hintergrunds und das seltsame gelb sehr gewöhnungsbedürftig sind. Der Klappentext vermittelt gut das Grundsetting der Story ohne zu viel zu verraten.



Grundsätzliche Infos zum Buch


Erschienen im Piper Verlag

https://www.piper.de/buecher/das-netz-isbn-978-3-492-97352-6-ebook

IBN: 978-3-492-31111-3

Übersetzerinnen: Kerstin Schöps und Annika Ernst

Covergestaltung: Cornelia Niere, München

Preis: 11,00 € (Normalpreis, ich habe es als Mängelexemplar für 3,99 € erworben)

Genre: Thriller

Seitenzahl: 670



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