• Jasmin Korper

Der Riss

Autor: Brandon Q. Morris



Um was geht’s?


Ohne Vorwarnung entsteht ein Riss am Himmel. Über einigen Ländern der Welt ist er zu sehen, über anderen nicht. Doch er scheint nicht gefährlich zu sein, stellt aber trotzdem ein Rätsel für die Wissenschaft dar. Woher kam der Riss? Warum ist er hier? Wieso stellt er unser bisheriges physikalisches Wissen auf den Kopf? Und was passiert, wenn er doch nicht harmlos ist, sondern der Anfang einer großen Katastrophe?



Rezension


Beim Kauf dieses Hard-Science-Fiction Romans hieß es auf der Website, dass dieser ein eigenständiger Roman ist und abseits der anderen Werke des Autors gelesen werden konnte. Ich weiß natürlich nicht, ob die Aussage vom Buchhändler oder dem Verlag stammt, aber ich finde sie schwierig. Die Geschichte ist als eine Eigenständige zu sehen und man versteht sie definitiv ohne die vorherigen Bücher zu kennen, aber es wird ein Großteil des Buches „The Hole“ beschrieben und sogar erklärt wie das große Problem gelöst wurde. Eigentlich wollte ich mir dieses Buch zu einem späteren Zeitpunkt kaufen, aber da ich ja einen Teil schon weiß, werde ich es erstmal nicht tun.



Jetzt aber zum Buch selbst:


Wir begleiten drei verschiedene Charaktere: M6 ein Roboter mit sechs Gliedmaßen, (der fälschlicherweise immer als spinnenähnlich beschrieben wird, dabei hat eine Spinne acht Gliedmaßen), der autonom auf dem Mond Ceres Forschungsarbeiten durchführt. Dann gibt es noch den Farmer Derek und Maribel Pedreira, Leiterin des Astrophysikalischen Institut der Kanaren.

Die Idee mit einem Riss der optisch das Universum zerreißt fand ich spannend, bevor ich zu lesen begonnen hatte, wollte ich wissen, was uns auf der anderen Seite erwartet. Doch wieder erwarten blieb die Geschichte die meiste Zeit auf der Erde, nur wenn es um M6 geht, befinden wir uns im Weltall. Das Buch liest sich sehr flüssig und mit 330 Seiten ist es nicht besonders lang, da sich der Großteil auf der Erde im Jahr 2085 abspielt, hat sich die Technik noch nicht so drastisch entwickelt, dass vieles erklärt werden muss.

Das große Problem (welches ich nicht benennen möchte) das der Riss birgt, löst einige Paradoxen aus. Zum Teil werden sie mit starken Emotionen erklärt, was sich in einem Science-Fiction Roman ziemlich befremdlich anfühlt. Andere Probleme werden mit Nano-Technik gelöst. Nano-Technik wird in der Science-Fiction Literatur viel zu oft als Problemlöser für alle Lagen eingesetzt. Ich mag es, wenn Nano-Technik begleitend ist, ein Teil des ganzen Systems. Aber hier wurde sie nur als Lösung für ein technisches Problem verwendet, was für mich die einfachste und faule Lösung ist. Du kannst etwas nicht erklären? Dann nimm Nano-Technik. Die können alles. Ihr versteht, was ich meine.

Auch wenn ich bei der ein oder anderen Sache genervt die Augen rollen musste, war ich doch interessiert wie das große Problem behoben werden sollte. Gerade, da ich kaum noch Seiten übrighatte, war ich verblüfft, wie will das der Autor jetzt noch schaffen? Das Ende wurde in kürzester Zeit heruntergeschrieben, es fühlte sich gepresst und sehr abrupt an. Es waren wirklich nur wenige Seiten und ich stand dann da und war genervt. Warum beschreibt man einen ganzen Roman lang ein großes Problem, um es dann innerhalb eines Augenblickes zu lösen, so kurz, so knapp?

Mir fehlt auch die Darstellung, was durch den Riss Schlimmes passiert. Im Klappentext heißt es noch dramatisch „… das die schlimmsten Befürchtungen der größten Pessimisten weit übertrifft.“ Doch was ist es nun? Kurz werden einige Probleme nur angedeutet, nur knapp erwähnt. Mir fehlte hier eindeutig die Dramatik, das Fühlen der Angst vor der Katastrophe. Ich weiß, dass durch die Idee des Risses und wie er funktioniert viele Emotionen „geschluckt“ werden, aber dadurch fehlte mir das Gefühl der Gefahr, die Angst und die Panik.

Lesenswert?


Für mich war „Der Riss“ schwierig, ich mochte den Schreibstil und auch die Charaktere. Doch das abrupte und sehr spezielle Ende lässt mich ratlos zurück. Nicht weil ich es inhaltlich nicht verstehe, nein ich verstehe nicht, warum man das Ende so hineingepresst hat. Warum es nicht 40 Seiten mehr hat? Auch einige der Logikfehler stören mich und vor allem, dass das Ende eines der vorherigen Bücher verraten wurde.

Cover und Klappentext

Der Riss


Das Cover hat mir beim Kauf wahnsinnig gut gefallen, ich mag die Farben und die apokalyptische Stimmung, die vermittelt wird. Im Nachhinein frage ich mich, ob die optische Darstellung des Risses mit der Beschreibung im Buch übereinstimmt, denn es gibt doch einige Abweichungen. Der Klappentext ist die typische dramatische Beschreibung, die Lust auf einen spannenden Science-Fiction Roman macht.



Grundsätzliche Infos zum Buch


Erschienen im Belle Époche Verlag

http://be-verlag.de/?product=der-riss

ISBN: 978-3-96357-001-8

Covergestaltung: Sanura Jayashan

Preis: 14,99 €

Genre: Hard Science Fiction

Seitenzahl: 314 (mit Nachwort 330)

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