• Jasmin Korper

Die Stimme

Autor S. K. Tremayen


Die Themen Home-Assistant und Smart Home sind aktuell in aller Munde. Jeder kennt „Alexa“, oder fragt zu Hause Google nach dem neuesten Backrezept für Muffins. Doch wie viel Einfluss haben diese Geräte auf uns und was passiert, wenn sie sich gegen uns wenden?


Um was geht’s?


Jo Ferguson lebt nach der Scheidung von ihrem Mann bei ihrer Freundin Tabitha in der noblen Londoner Wohnung, doch diese ist nur selten zu Hause. Im ganzen Wohnraum verteilt finden sich Home-Assistants namens „Electra“, die alles Steuern können. Ob Heizung, Licht Wecker oder das Bestellen neuer Lebensmittel, sie hören immer zu und unterstützen Jo bei allem was sie braucht. Doch eines Nachts beginnt „Electra“ Dinge aus Jos Vergangenheit zu sagen, dunkle Dinge, die niemand wissen darf. Wird Jo verrückt, oder haben sich die Geräte gegen sie verschworen?



Rezension


Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr einen Thriller oder Krimi lest und durch einen kleinen Hinweis innerhalb der ersten Seiten wisst wie das Buch ausgehen wird? So ging es mir leider mit „Die Stimme“. Ich war noch ganz am Anfang und dachte mir nur „lass es bitte nicht so ausgehen“. Und ich hatte leider recht, neben einiger Finten führte es am Ende genau dazu, wie ich es mir bereits ausgemalt hatte. Für mich war es somit kein großer Plot-Twist, sondern nur eine große Ernüchterung.


Aber nun erstmal ein paar Grundsätzliche Dinge:

Die Erzählperspektive wechselt. Einen Großteil des Buches verfolgen wir Jo im Ich-Erzähler und erfahren somit viel über ihre Gefühle und Emotionen. Selten wechseln wir zu anderen Charakteren, dies dann aber auktorialen Erzähler, denn für einen personalen Erzähler wusste er doch zu viel.

Mit Jo als Protagonistin tat ich mich sehr schwer. Zum Zeitpunkt befindet sie sich in einer emotional schwierigen Phase, greift zum Alkohol, Tabletten und ist oft melancholisch. Als die Home-Assistants sich seltsam benehmen, fehlt mir der Tatendrang, das Auflehnen und Kämpfen unserer Protagonistin. Es plätschert alles nur vor sich hin und gerade im mittleren Teil zieht sich der Thriller enorm und das, obwohl er nur 380 Seiten hat.

Der erweiterte Klappentext im Einband gibt fast die komplette Geschichte Preis, insbesondere Teile, die erst im letzten drittel des Buches relevant werden. Das nimmt dem ganzen noch ein gutes Stück Spannung.

Die Grundidee, der sich gegen einen verschwörenden Smart Home Technik finde, ich immer noch sehr spannend, für mich war es hier allerdings zu träge umgesetzt. Es gibt häufig Rückblenden und viele Nebensächlichkeiten, die die Story nicht weiterbringen.



Lesenswert?


„Die Stimme“ befasst sich mit einem Thema, das nicht aktueller sein könnte. Jeder hatte schon mal Zugang zu Home-Assistants, dennoch schaffte es dieser Thriller nicht, mich mitzureisen. Für mein Empfinden war die Stimmung zu gedrückt und das Ende leider zu vorhersehbar.



Cover und Klappentext

Die Stimme

Das Cover gefällt mir richtig gut, es wirkt futuristisch, aber nicht abgedreht und zog sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. Der Klappentext auf der Rückseite ist kurz gehalten und macht Lust auf mehr. Der Klappentext im Einband verrät leider viel zu viel und hätte ich ihn vorher gelesen, hätte ich das Buch vermutlich nicht gekauft.



Grundlegende Infos zum Buch


Erschienen im Droemer Knaur Verlag

https://www.droemer-knaur.de/buch/s-k-tremayne-die-stimme-9783426227381

ISBN: 978-3-426-22738-1

Übersetzerin: Susanne Wallbaum

Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur München

Genre: Thriller

Preis: 16,99 €

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