• Jasmin Korper

Einer flog über das Kuckucksnest

Autor: Ken Kesey


Auf diesen Roman bin ich nur gestoßen, da auf Netflix für den 18.09.2020 die Serie Ratched angekündigt wurde. Und diese stellt die Vorgeschichte zu Schwester Ratched in „Einer flog über das Kuckucksnest“ dar. Somit war mein Interesse geweckt. Das Zitat, das mir im Kopf geblieben ist, lautet (Seite 125):

„Sie verliert nichts bei ihren Niederlagen, gewinnt aber bei unseren.“

Einleitung

Das Leben auf in der psychiatrischen Klinik ist eintönig und läuft immer nach dem gleichen Tagesplan ab. Als Mr. Murphy auf die Station kommt, ändert sich alles schlagartig, denn mit seiner fröhlichen Art, passt er nicht in das Schema der Patienten. Alle anderen benehmen sich ruhig und Lachen nicht.

Mr. Murphy versucht alles, die Situation zu ändern, doch stößt er oft an seine Grenzen, da den Patienten jede Entscheidung genommen wird, alles wird von Schwester Ratched entschieden. Und diese stellt sich auch schnell als seine große Gegnerin dar.

Rezension

Einer flog über das Kuckucksnest ist eines dieser Bücher, die man weglegt und erstmal tief durchatmet. Ken Kesey schafft es, das bedrückende Klima der psychiatrischen Klinik so gut darzustellen, dass man selbst froh ist, zu der damaligen Zeit nicht in solch einer Einrichtung gewesen sein zu müssen. Das Buch ist aus der Perspektive des Mr. Bromden geschrieben, einem Patienten, der schon viele Jahre in der Klinik ist und aufgehört hat zu sprechen. Deswegen halten ihn alle für Taubstumm. Mr. Bromden hat sich mit seiner Situation abgefunden, macht alles was ihm aufgetragen wird und lebt vor sich hin, allerdings hat er die Wahnvorstellungen, dass er und alle anderen ständig von den Schwestern und Ärzten abgehört werden. Anhand seiner Perspektive erkennt man sehr schnell welche Auswirkung das Auftreten von Mr. Murphy auf die Bewohner hat. Eigentlich möchte ich manchmal eher Insassen als Bewohner schreiben, da dieser psychische Druck, der ausgeübt wurde, nichts mehr mit einem Patienten, sondern eher einem Gefangenen zu tun hat.

Die Charaktere sind alle ausführlich und glaubhaft dargestellt und man fängt sehr schnell an eine Abneigung gegen Schwester Ratched zu entwickeln.

Die ganze negative Atmosphäre und vor allem auch das Ende sind so genau beschrieben, dass man einfach nur noch einen Kloß im Hals hat und über alles nachdenken muss.

Lesenswert?

Wer sich auf ein Buch einlassen möchte, der den früheren Umgang mit Patienten in psychiatrischen Einrichtungen offen beschreibt, dem kann ich „Einer flog über das Kuckucksnest“ empfehlen. Es ist keines dieser leichten Lektüren, die man an einem lauen Sommerabend liest, nein dies ist eine Literatur, auf die man sich einlassen muss.

Einer flog über das Kuckucksnest
Einer flog über das Kuckucksnest

Cover und Klappentext


Das Cover stellt Jack Nicholson aus dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1975 dar. Der Klappentext ist einfach und beschreibt das Geschehen eher allgemein und geht nicht direkt auf die Charaktere ein. Aber trotzdem war das Interesse direkt geweckt.


Grundlegende Infos zum Buch


Erschienen im Rowohlt Taschenbuch Verlag

https://www.rowohlt.de/taschenbuch/ken-kesey-einer-flog-ueber-das-kuckucksnest.html

ISBN: 978-3-499-15061-6

Übersetzer: Hans Hermann

Umschlaggestaltung: any.way Barbara Hanke

Genre: Tragikomödie

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