• Jasmin Korper

Raum der Angst

Autor: Marc Meller

Escape-Rooms sind aktuell in aller Munde. Wer hat nicht schon Werbung davon gesehen, inzwischen gibt es sogar Escape-Room Spiele für zu Hause und jetzt auch einen Escape-Room Roman. Ich bin sehr gespannt, ob dieser Thriller das spannende Gefühl eines Escape-Rooms vermittelt.

Einleitung

Eine Gruppe Freiwilliger kommt nicht bei der Studie von Professor Andreas Zargert an. Der Bus wird leer gefunden, darin befindet sich nur noch die Leiche des Busfahrers, dem die Kehle durchgeschnitten wurde.

Doch keiner der Entführten weiß, dass sie sich in tödlicher Gefahr befinden, sie denken immer noch, dass alles Teil des Escape-Rooms-Experimentes ist. Erst als die erste Person stirbt, wird ihnen klar, dass sie sich in einer tödlichen Falle befinden, der sie nur entkommen können, wenn sie die Rätsel aller Räume lösen.

Rezension

Die Grundidee von „Raum der Angst“ finde ich sehr spannend, insbesondere da die Protagonisten lange nicht wissen, in welcher tödlichen Gefahr sie sich befinden.

Die verschiedenen Räume waren abwechslungsreich und kreativ geschrieben, auch die Fallen und Tötungsmethoden waren erfrischend. Dies ist auch für mich der größte Pluspunkt und die Stärke des Thrillers. Ständig fragte man sich, was hinter der nächsten Tür für Rätseln oder Fallen warten.

Die verschiedenen Perspektiven (die der ermittelnden Polizisten und die Teilnehmer des Experimentes) sorgen für einen guten Spannungsbogen und ein angenehmes Erzähltempo. Man fragt sich immer, wie es gerade bei den anderen weiter geht.

Mit den Charakteren hatte ich große Probleme, alle stellen ein Klischee dar und handeln auch als solches. Ein großes Manko ist auch die herablassende Art, wie alle Männer sich gegenüber den Frauen verhalten. Es gibt anzügliche und herablassende Bemerkungen und das Machogehabe wird häufig hervorgehoben. Ich hätte kein Problem damit, wenn ein Charakter so handeln würde, aber ständig davon zu lesen ging mir irgendwann auf die Nerven. Auch mitten in der Gefahr des Escape-Rooms waren die Fronten zwischen Männer und Frauen verhärtet, obwohl diese Streitereien niemand voranbrachten. Und wenn ich einem tödlichen Psychopaten ausgeliefert wäre, wäre es mir egal ob ein Mann oder eine Frau mir beim Rätsel lösen hilft, mir wäre es wichtig lebend zu entkommen.

Zu den Protagonisten konnte ich keine richtige Bindung aufbauen, es war mir egal, wenn jemand starb.

Jedem Charakter im Escape-Room wurde eine Eigenschaft zugewiesen, die Idee hat mir gut gefallen, so wurde die Stärken jedes einzelnen hervorgehoben.

Das Ende und die Auflösung waren spannend, man fieberte an mehreren Stellen mit. Nur die aller letzte Wendung auf den letzten Seiten hätte es für mich nicht gebraucht, die haben das ansonsten gute Finale ein wenig getrübt.

Lesenswert?

Bei „Raum der Angst“ kann ich keine klare Empfehlung geben. Die Grundidee, der Spannungsbogen, das Erzähltempo und auch das Ende (bis eben auf die letzte Seite) haben mir gut gefallen. Dagegen konnte ich mit den platten Charakteren und den ständigen Differenzen zwischen Männer und Frauen nichts anfangen. Für mich war es definitiv kein schlechter, aber auch kein herausragender Thriller.

Cover und Klappentext:

Raum der Angst

Das Cover von „Raum der Angst“ ist sehr ansprechend gestaltet und erzeugt einen 3D Effekt. Ich mag auch die unterschiedlichen Farben, diese stechen einem sofort ins Auge. Der Klappentext ist ungewöhnlich formuliert, dieser spricht den Leser praktisch direkt an, als ob man Teil des Spieles wäre.

Grundlegende Infos zum Buch

Erschienen um Ullstein Verlag

https://www.ullstein-buchverlage.de/nc/buch/details/raum-der-angst-9783548063805.html

ISBN: 978-3-548-06380-5

Umschlaggestaltung: zero-media.net, München

Genre: Thriller

Preis: 10,99 €

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen

HEX

Zorngeboren