• Jasmin Korper

Zeitflut

Autor: Will McCarthy



Um was geht’s?


Zwei Wissenschaftler entdecken die Möglichkeit die Vergangenheit des Menschen mit den eigenen Augen zu sehen. Denn im Y-Chromosom befinden sich unendliche Daten der Vergangenheit, die mit der Richtigen Technik wie ein Film passiv miterlebt werden können. Harv tritt eine Reise in die Vergangenheit an und entdeckt verschiedene Kulturen, Menschen und Zeiten. Was für Geheimnisse liegen noch in der Vergangenheit verborgen?



Rezension


Ich muss gestehen, dass dies Mal wieder eine schwierigere Rezension ist. Denn vom Klappentext hab ich etwas anderes erwartet, als mir letztendlich geboten wurde. Dort heißt es „Doch diese Welt ist in Gefahr. Wenn es den Forschern nicht gelingt, sie zu retten, könnte das Erbe der Menschheit für immer verloren gehen…“ Ich hab deswegen die ganze Zeit beim Lesen auf einen großen Plot-Twist, Spannung und eine Gefahr gewartet, aber die gab es einfach nicht. Auch heißt es im Klappentext, dass Harv und Tara in die Vergangenheit reisen, auch dies ist falsch nur Harv erlebt die Vergangenheits-Episoden.

Der Roman beginnt mit dem wissenschaftlichen Team, dass den Versuchsaufbau startet und der Wissenschaftler Harv übernimmt das Risiko, dass an ihm die Tests vorgenommen werden. Von da an erlebt man 4 Episodengeschichten, die in einer immer weiter zurück reichenden Vergangenheit spielte. Nur noch selten gab es Einblicke in die Gegenwart. Die Idee mit den Episoden in die Vergangenheit mochte ich, aber die Umsetzung war nicht meins. Mir fehlte dabei die Spannung, selbst bei einer Katastrophe fühlte es sich an wie eine Erzählung im Geschichtsunterricht, langatmig, zu ausführlich und ohne jeden Nervenkitzel. Ich weiß, dieses Buch ist kein Thriller, aber ein bisschen Spannung schadet einer Geschichte nicht.

Die Charaktere der ersten Geschichte gefielen mir noch gut, dort gab es auch einigen Einblick in die Lebensweise. Umso weiter man allerdings in die Vergangenheit vordringt, umso geringer wurde die Sprache. Es ist natürlich erwiesen, dass bei der Entstehung des Menschen auch die Sprache ihre Zeit brauchte, aber nur verschiedene Laute zu lesen ist auf Dauer anstrengend. Schade fand ich auch, dass all die bedeutenden Charaktere männlich waren. Bei den Anmerkungen des Autors heißt es zwar, dass es auch Frauen gewesen sein könnten, aber „in allen Kulturen werden gefährliche Taten meistens von Testosteron befeuert.“ (Seite 442).

Bei den Anmerkungen des Autors gab es am Ende noch viele spannende Informationen, die zeigen, dass er viel für dieses Werk recherchiert hat.



Lesenswert?


Mich konnte der Roman „Zeitflut“ nicht überzeugen. Mir fehlte hier die Spannung und eine Verbindung zu den Charakteren. Die Idee dahinter fand ich dennoch sehr gut, nur die Umsetzung war einfach nichts für mich.



Cover und Klappentext

Cover des Romans Zeitflut von Wil McCarthy
Zeitflut

Das Cover gefällt mir sehr gut, dies liegt mit Sicherheit auch an der ungewöhnlichen Farbe. Der Klappentext hat für mich nichts mit dem Buch zu tun. Es sind grobe Fehler enthalten und auch die angepriesene Rettung der Welt kommt im Buch selbst nicht vor.


Grundsätzliche Infos zum Buch


Erschienen im Heyne Verlag

https://www.penguinrandomhouse.de/Paperback/Zeitflut/Wil-McCarthy/Heyne/e566426.rhd

ISBN: 978-3-453-32076-5

Übersetzer: Norbert Stöbe

Umschlaggestaltung: DAS ILLUSTRAT

Genre: Science-Fiction

Seitenzahl: 448

Preis: 14,99

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